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Wissens­wertes

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Als natürliches Nebenprodukt der Nahrungsmittelindustrie werden Federn und Daune von Enten und Gänse separat gewonnen. Lediglich die unterste Federschicht bezeichnet man als Daunen.

Wasservögel, die in kalten Regionen der Erde oder im Winter aufwachsen, verfügen über keinen weiteren Schutz als ihr Federkleid und trotzdem frieren sie nicht. Die Industrie hat sich dieses zu Eigen gemacht. Ein daunengefülltes Bett, Schlafsack oder auch Jacke bieten die besten Wärmeisolationseigenschaften bei geringstem Gewicht.

Durch die feine Fächerung der einzelnen Daunen, entstehen kleinste Kammern, die die Luft einschließen. Luft ist ein sehr schlechter Wärmeleiter und somit verhindert die in den Daunen eingeschlossene Luft, das Entweichen der körpereigenen Wärme.

Das Design hat den Zweck zu erfüllen, eine Form zu kreieren, bei der mit maximal geringstem Gewicht die beste Wärmeleistung erzielt wird. Das Gewichtsverhältnis ist dabei abhängig vom Style des Produktes und dem verarbeiteten Gewebe. Hier sind technisch gesehen Grenzen gesetzt. Unter hohen Anstrengungen werden immer leichtere daunendichte Materialien hergestellt.

Nur die Kombination aus Material, Füllung und dem nähtechnischen Können bringen den allseits gewünschten Effekt eines leichten und superwarmen Produktes.
Egal in welcher Form Schlafsack oder Jacke gearbeitet werden, die Füllung muss im inneren so fixiert werden, dass ein Verrutschen vermieden wird und es damit zu keiner ungleichmäßigen Isolierschicht kommt.

Die einfachste und in den preiswerten Daunenprodukten angewandte Verarbeitung ist die Steppverarbeitung. Dabei werden Außengewebe und Futter direkt miteinander vernäht. Dadurch wird die Füllung an den Nähten zusammengedrückt und es entstehen die so genannten „Kältebrücken“.

Hochwertiger ist die Kammerstegverarbeitung. Zwischen Außen- und Innenhülle werden Stege eingearbeitet, die je nach deren Verarbeitung Kammern bilden und somit die Daunenfüllung darin halten.

Füllkraftmessungen sind derzeitig noch nicht weltweit einheitlich. Bei der am häufigsten angewandten Methode zur Bestimmung der Füllkraft werden Daunenmischung in einem Glaszylinder 3 Tage unter kontrollierter gleich bleibender Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufbewahrt. Anschließend werden etwa 30g der Mischung entnommen und wieder in einem Zylinder 24 h mit einem Gewicht zusammengepresst. Danach wird das Gewicht entfernt, die Daunen können sich wieder ausdehnen. Die Höhe der Ausdehnung die dann am Glaszylinder gemessen werden kann, ist das Volumen der Daune und damit die Füllkraft. Dieses bezeichnet man neudeutsch oder auch weltweit als cuin (sprich: „kubik-inch“).

Die Qualität der Daunen hängt von vielen Umweltbedingungen ab. Tiere, die artgerecht gehalten und in kälteren Klimaregionen zu Hause sind, entwickeln eine bessere Federn- und Daunengrundlage. Auch das Alter und das Wissen um die Weiterverarbeitung bilden die wichtigsten Faktoren zur Herstellung guter Daunenmischqualitäten.

Je älter die Tiere in Freilandhaltung bei gesunder Ernährung werden können, desto größer werden die Daunen als Rohprodukt.

Da in der Tierwelt der Wechsel von Fell und Federn vom Klima beeinflusst wird, ist es ein ganz normaler Vorgang, dass die Qualität jahreszeitmäßig schwankt. Um diese Unterschiede auszuschließen, bewahren gute Daunenlieferanten die Rohware fast ein gesamtes Jahr auf, um eine gleich bleibend stabile Mischqualität anzubieten.

Normale industriell hergestellte Mischverhältnisse sind 80/20 oder 90/10 (das bedeutet: bei 100g Füllung liegt der Daunenanteil bei 80 bzw. 90 % und der Federanteil bei 20 bzw. 10 %). Je höher der Anteil der Daunen desto höher ist ihre Isolation und damit die Wärmeleistung.

Je höher das Mischverhältnis und damit die Füllkraft bedeutet jedoch nicht, daß die Füllung langlebiger ist. Auch der Einsatzzweck und die verarbeiteten Gewebe im Zusammenspiel mit der Daunenmischung spielen eine entscheidende Rolle für ein qualitativ hochwertiges Produkt.

Die vom Hersteller angegebene Füllkraft ist leider keine Langzeitgarantie. Die Füllkraftangaben beziehen sich in den allermeisten Fällen auf die Testergebnisse nach Herstellung der Mischungen. Schon der Transport zur verarbeitenden Industrie, die Lagerung dort bzw. im Fachgeschäft verändert die Qualität der Füllkraft.

Schlafsackerhersteller sind zur Angabe eines Minimum-Maximum Temperaturbereiches sowie der Komforttemperatur nach Euronorm EN13537 verpflichtet. Es ist jedoch keine Garantie dafür, daß Sie nicht doch trotz Einhaltung des Temperaturbereiches frieren. Der angenehme Schlaf und damit die Wohlfühltemperatur hängen entscheidend von den äußeren Faktoren ab, wie z. B. ihre eigene physische Verfassung, Fitness und Ernährung aber auch die Isolation vom Boden und die Kleidung, die im Schlafsack getragen wird. In jedem Fall ist die Komforttemperatur der Bereich, in dem Sie einen angenehmen Schlaf finden und ihren Körper trotz des äußeren Klimas (außerhalb des Schlafsackes und evtl. Zelt) im Schlaf regenerieren können.

Temperaturangaben für Daunenjacken zu benennen, ist aus den vorgenannten Punkten noch wesentlich schwieriger. Hier ist neben den Temperaturen und dem vorherrschenden Wind vor allem die eigene Körperaktivität entscheidend.

Die richtige Pflege des Daunenproduktes beeinflusst nachhaltig die Haltbarkeit der Füllqualität.

Wichtig für die Langlebigkeit ist die Pflege zwischen den Einsätzen. Der Schlafsack oder die Jacke sollten in der Zeit in der sie nicht genutzt werden, locker in einem Baumwollüberzug an einem gleich bleibend trocknen Ort aufbewahrt werden.

Und unterwegs?

Morgens nach dem Aufstehen sollten Sie sich genügend Zeit zum Lüften des Schlafsackes nehmen und bei geöffnetem Reißverschluss die Innenseite nach außen wenden und an der Luft trocknen. So erreichen Sie, ein mollig angenehmes Einschlafgefühl für die nächste Nacht.

Sollte eine Daunenjacke durch starken Schnee- oder Regenfall einmal nass werden, am besten das Innenfutter ebenfalls nach außen wenden und bei starkem Wind oder wenn möglich zu Hause im Trockner trocknen.

Ein Schlafsack sollte möglichst nicht gerollt in den Kompressionspacksack verstaut werden, sondern vom Fußteil beginnend gestopft werden. Dadurch füllen Sie wirklich die letzten Falten des Packsackes aus, viel entscheidender: die Daunenfüllung in den Kammern kann nahezu kaum verrutschen.